Die Kraftstoffpreise in Deutschland steigen seit mehreren Wochen deutlich an – ausgelöst durch einen Logistik-Engpass auf dem Rhein und durch höhere Margen im Handel.
Ein Anstieg, der von mehreren Quellen bestätigt wird
Laut ADAC-Erhebungen, die von der Presse aufgegriffen wurden, lag Super E10 zuletzt bei rund 2,162 €/L, das sind 3,7 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel stieg noch stärker, auf rund 2,253 €/L, ein Plus von 5,3 Cent im gleichen Zeitraum.
Unsere eigene Erhebung im deutschen Tankstellennetz vom 12. September 2026 zeigt einen durchschnittlichen Dieselpreis von 2,378 €/L, ein Plus von 9,3 Cent in 7 Tagen (+4,07 %) und 17,0 Cent in 30 Tagen (+7,70 %). Super E5 (95) liegt bei 2,305 €/L, ein Plus von 1,5 Cent in 7 Tagen und 12,1 Cent in 30 Tagen. Diese Zahlen beziehen sich nicht exakt auf denselben Kraftstoff wie die ADAC-Daten (bei uns E5, beim ADAC E10), doch der Aufwärtstrend ist bei beiden Quellen konsistent.
Der Rhein-Pegel als Ursache
Laut ADAC-Experte Christian Laberer hat der Rückgang des Rhein-Pegels unter 10 cm am Messpunkt Kaub den Kraftstofftransport per Binnenschiff im Westen Deutschlands gestört. Dieser logistische Engpass trieb die Preise in den Anrainer-Bundesländern mechanisch nach oben, bevor er sich auf den bundesweiten Durchschnitt auswirkte.
Fragliche Margen
Neben dem logistischen Faktor berichtet die deutsche Presse (Die Welt), dass Mineralölkonzerne die Situation nutzen würden, um überdurchschnittlich hohe Preise zu verlangen und dadurch zusätzliche Gewinne zu erzielen. Der ADAC selbst weist darauf hin, dass die erhobenen Preise unverhältnismäßig im Vergleich zu den Marktfundamentaldaten seien, was Fragen zur Preistransparenz an der Zapfsäule aufwirft.
Super Plus (98) folgt derselben Dynamik
Der dritte auf dem deutschen Markt erfasste Kraftstoff, Super Plus (98), liegt laut unserer Erhebung bei 2,247 €/L, ein Plus von 1,4 Cent in 7 Tagen (+0,63 %) und 12,1 Cent in 30 Tagen (+5,69 %). Wie bei Super E5 fällt der Monatsanstieg deutlich stärker aus als der Wochenanstieg, was auf eine grundlegende Entwicklung statt auf einen einmaligen Ausschlag hindeutet.
Der Steueranteil bleibt stabil
Beim aktuellen Durchschnittspreis liegt die Verbrauchsteuer bei 0,470 €/L für Diesel und bei 0,655 €/L für beide Benzinsorten (Super E5 und Super Plus), hinzu kommt eine Mehrwertsteuer von 19 %. Insgesamt macht der Steueranteil etwa 36 % des Dieselpreises, 44 % beim Super E5 und 45 % beim Super Plus aus. Dieser Anteil bleibt trotz der Preissteigerung stabil, was bedeutet, dass der gesamte jüngste Anstieg aus dem Nettopreis stammt (Produktkosten, Handels- und Raffineriemargen).
Ein europäischer Kontext, den es zu beobachten gilt
Dieser Preisanstieg in Deutschland fällt in eine Zeit, in der der Brent-Ölpreis und Versorgungsspannungen mehrere europäische Märkte belasten. Um Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn einzuordnen, ermöglicht unsere Seite Kraftstoffe in Europa die länderübergreifende Entwicklung zu verfolgen.