In den USA ist der landesweite Durchschnittspreis für Benzin innerhalb einer Woche um 13 Cent gestiegen, wie aus den jüngsten, am 10. September 2026 veröffentlichten AAA-Daten hervorgeht. Ein Gallone Normalbenzin kostet nun im Schnitt 4,277 Dollar, gegenüber 4,1436 Dollar eine Woche zuvor.
Ein Anstieg, getrieben vom Rohölpreis
Der Preissprung geht auf die steigenden Rohölpreise zurück. Laut AAA hat die Volatilität in der Straße von Hormus den Barrelpreis erstmals seit Juli 2026 wieder über 100 Dollar getrieben. Zum Handelsschluss am Mittwoch stieg der WTI-Preis um 3,02 Dollar auf 96,05 Dollar je Barrel.
Die AAA weist auf eine Besonderheit hin: Der Anstieg fällt in eine Jahreszeit, in der die Preise normalerweise sinken, da die Benzinnachfrage zu dieser Jahreszeit üblicherweise zurückgeht.
Die wichtigsten Zahlen der Woche
- Heute: 4,2770 $
- Vor einer Woche: 4,1436 $
- Vor einem Monat: 4,0091 $
- Vor einem Jahr: 3,1938 $
Auf Jahressicht beläuft sich der Anstieg damit auf über 1 Dollar pro Gallone – die Preise an der Zapfsäule liegen damit wieder auf dem Niveau von Anfang Juni 2026.
Angebot, Nachfrage und Lagerbestände: die Daten der EIA
Die Daten der US-Behörde Energy Information Administration (EIA) liefern weitere Einblicke in die vergangene Woche:
- Die Benzinnachfrage sank von 8,92 auf 8,55 Millionen Barrel pro Tag.
- Das gesamte inländische Benzinangebot stieg von 205,7 auf 206,9 Millionen Barrel.
- Die Benzinproduktion ging zurück, von 9,8 auf 9,3 Millionen Barrel pro Tag.
- Die US-Rohölbestände sanken um 0,4 Millionen Barrel auf 424,1 Millionen Barrel – ein Niveau, das dem Fünfjahresdurchschnitt entspricht.
Der Nachfragerückgang reichte also nicht aus, um den Aufwärtsdruck der internationalen Ölmärkte auszugleichen.
Die teuersten Bundesstaaten für Benzin
Wenig überraschend führt Kalifornien die Liste mit 5,89 $ pro Gallone an, vor Washington (5,53 $), Hawaii (5,40 $), Oregon (5,06 $) und Alaska (5,05 $). Nevada (5,01 $), Idaho (4,76 $), Utah (4,68 $), Arizona (4,57 $) und Illinois (4,48 $) vervollständigen die Top 10.
Die günstigsten Bundesstaaten für Benzin
Am anderen Ende der Skala verzeichnet Indiana mit 3,56 $ den niedrigsten Durchschnittspreis des Landes, gefolgt von Mississippi (3,80 $), Texas (3,83 $), Kansas (3,84 $) und Louisiana (3,85 $). Alabama, Oklahoma, Tennessee, South Carolina und Arkansas vervollständigen die Liste, alle unter 3,92 $.
E-Laden: Stabilität an öffentlichen Ladesäulen
Anders als Benzin blieb der landesweite Durchschnittspreis für das Laden an einer öffentlichen Ladesäule diese Woche stabil bei 42 Cent pro Kilowattstunde. Die regionalen Unterschiede bleiben jedoch deutlich: Hawaii (53 Cent), West Virginia (52 Cent) und Alaska (49 Cent) zählen zu den teuersten Bundesstaaten, während Kansas (31 Cent), Missouri (33 Cent) und Iowa (33 Cent) die günstigsten Tarife bieten.
Der Marktkontext
Die AAA bringt den Anstieg der Preise an der Zapfsäule ausdrücklich mit der Lage in der Straße von Hormus in Verbindung, einem strategischen Nadelöhr für einen erheblichen Teil des weltweit gehandelten Rohöls. Geopolitische Spannungen in dieser Region schlagen in der Regel rasch auf die WTI- und Brent-Preise durch und erreichen mit leichter Verzögerung auch die Preise an US-Tankstellen. Dass der WTI-Preis erstmals seit zwei Monaten wieder in die Nähe von 100 Dollar je Barrel rückt, gilt laut AAA als der entscheidende Auslöser für den Preissprung an der Zapfsäule in dieser Woche.
Die AAA weist zudem darauf hin, dass der Kalender diesmal gegen die Autofahrer spielt: Normalerweise sorgt das Ende des Sommers für einen Rückgang der Kraftstoffnachfrage, da Freizeitfahrten abnehmen, was die Preise nach unten drückt. In diesem Jahr wird dieses saisonale Muster durch den steigenden Rohölpreis überlagert – was erklärt, warum die Preiskurve nach oben statt wie gewohnt nach unten zeigt. Die EIA-Zahlen untermauern diese Einschätzung: Die Nachfrage ging im Wochenvergleich zwar zurück, die Preise an der Zapfsäule stiegen aber dennoch – ein Beleg dafür, wie stark die Rohölkosten derzeit die inländischen Nachfragetrends überlagern.
Das Wichtigste in Kürze
Zusammen genommen zeigen diese Zahlen, wie eng die US-Preise an der Zapfsäule an die globalen Rohölmärkte gekoppelt sind – selbst wenn Angebot und Nachfrage im Inland in eine andere Richtung weisen. Zusammengefasst ergeben sich aus den diese Woche veröffentlichten AAA-Daten drei zentrale Punkte:
- Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA stieg innerhalb von sieben Tagen um 13 Cent – ein Anstieg, den die AAA als bedeutend einstuft.
- Der Anstieg hängt unmittelbar mit dem Anstieg des WTI-Barrelpreises auf über 96 Dollar zusammen, vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen in der Straße von Hormus.
- Der Preis für E-Laden blieb im gleichen Zeitraum dagegen stabil, bei einem landesweiten Durchschnitt von 42 Cent pro Kilowattstunde.
Um die Entwicklung der Kraftstoffpreise in Frankreich zu verfolgen und mit internationalen Trends zu vergleichen, können Sie unseren Kraftstoffpreis-Barometer nutzen. Wer sich für Trends auf europäischer Ebene interessiert, findet weitere Informationen auf unserer Seite zu Kraftstoffpreisen in Europa.