Ein nach dem Einkauf vergessener Wasserkasten, ein Werkzeugkoffer, eine Sporttasche: Der Kofferraum füllt sich, ohne dass man es merkt, und dieses Gewicht fährt auf jeder Fahrt mit. Laut den verschiedenen Organisationen erhöhen 100 kg Mehrgewicht den Kraftstoffverbrauch um 2 % bis 7 %. Die Spanne ist groß, weil die Wirkung vom Fahrzeug und von der Art der Fahrt abhängt.
Warum Gewicht den Verbrauch erhöht
Je schwerer ein Auto ist, desto mehr Energie braucht es, um es in Bewegung zu setzen und den Rollwiderstand der Reifen zu überwinden. Diese Energie geht beim nächsten Bremsen verloren, und im Stadtverkehr folgt ein Bremsvorgang auf den anderen. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit spielt das Gewicht eine deutlich geringere Rolle.
Die Wirkung ist zudem bei kleinen Autos stärker, bei denen dieselben 100 kg einen größeren Anteil der Gesamtmasse ausmachen. Darauf weisen das US-Energieministerium und der RAC, der britische Automobilclub, hin.
Was die Organisationen zu 100 kg Zuladung sagen
Die Schätzungen schwanken je nach Methode und getesteten Fahrzeugen:
- Natural Resources Canada: etwa 1 % mehr Verbrauch pro 25 kg bei einem Mittelklassewagen, also etwa 4 % für 100 kg;
- RAC (Vereinigtes Königreich): im Durchschnitt 2 % pro 50 kg, also etwa 4 % für 100 kg;
- US-Energieministerium: etwa 2 % für 100 kg;
- ADAC (Deutschland): bis zu 0,3 Liter pro 100 km;
- Test-Achats (Belgien): 6 bis 7 % bei 100 kg Zuladung in einem 1.500 kg schweren Fahrzeug in der Stadt.
Diese Schätzungen widersprechen sich nicht: Sie beschreiben unterschiedliche Situationen. In der Stadt mit häufigem Anhalten und Anfahren ist der Effekt am stärksten.
Den Kofferraum leeren: Was raus kann, was bleiben muss
Ein Sechserpack 1,5-Liter-Flaschen enthält 9 Liter Wasser und wiegt daher mindestens 9 kg. Zwei vergessene Packs sind schon 18 kg. Das kann ohne Bedauern raus:
- Wasser- und Getränkekisten, die man nach dem Einkauf sofort ausräumt;
- nach dem Winter aufbewahrte Sand- oder Salzsäcke;
- Werkzeug, das während der Fahrt nicht gebraucht wird;
- Sportausrüstung, die „vorerst“ dort liegt;
- der Kindersitz, den kein Kind mehr benutzt.
Einige Dinge müssen dagegen an Bord bleiben: die Warnweste und das Warndreieck, die vorgeschrieben sind, sowie das Gepäck für die Urlaubsreise, das keine Verschwendung ist. Was bleibt, sollte gesichert sein, damit es beim Bremsen nicht verrutscht.
Und der Tank: Sollte man ihn nur halb füllen?
Auch Kraftstoff hat Gewicht: Manche Tipps empfehlen, den Tank nicht bis zum Rand zu füllen, um das Auto leichter zu machen, und raten sogar, nur bis zu 70 % der Kapazität zu tanken. Die verfügbaren Zahlen zeigen einen sehr geringen Effekt.
Forscher der Australian National University haben den Fall eines Autos mit 8 Litern pro 100 km durchgerechnet: etwa 8,16 L/100 km zu Fahrtbeginn mit vollem Tank gegenüber etwa 8,08 L/100 km bei halbvollem Tank. Der Unterschied existiert, ist aber gering.
Ein fast leerer Tank hat dagegen Nachteile. Futura-Sciences weist darauf hin, dass ein niedriger Füllstand Ablagerungen und Schmutz am Tankboden begünstigt, die den Kraftstofffilter verstopfen und das Einspritzsystem beschädigen können. Am wirksamsten bleibt daher, Unnötiges aus dem Kofferraum zu nehmen, statt mit dem Füllstand zu spielen.
Gewichtsabnahme: die Diät, die auch das Auto leichter macht
Wenn ein geleerter Kofferraum Kraftstoff spart, warum nicht weitergehen? Eine Familiendiät macht auch das Auto leichter, und je mehr Personen an Bord sind, desto stärker multipliziert sich der Effekt. Nehmen wir eine fünfköpfige Familie, in der jeder vor der Urlaubsreise 4 Kilo abnimmt: eine Strandfigur für alle und 20 Kilo weniger im Innenraum.
Mit der Größenordnung von Natural Resources Canada, also etwa 1 % mehr Verbrauch pro 25 kg, entsprechen diese 20 Kilo etwa 0,8 % Kraftstoff. Bei einem 50-Liter-Tank ergibt das eine Ersparnis von etwa 40 Zentilitern, ungefähr einer großen Tasse Kaffee.
Was den Geldbeutel betrifft, hält die Erleichterung mit: weniger als ein Euro gespart pro Tankfüllung, was nicht einmal einen Kaffee an der Autobahnraststätte bezahlt. Der Gewinn ist also enorm – vorausgesetzt, man misst ihn in Tassen. Um wirklich Kraftstoff zu sparen, beginnt man am einfachsten mit dem im Kofferraum vergessenen Wasserkasten: Er wiegt mindestens 9 kg, und zwar ganz ohne Willenskraft.
Die Fahrweise wiegt schwerer als die Kilos
Das Gewicht verschärft jedes Anfahren, aber die Fahrweise entscheidet darüber, wie oft es dazu kommt. Das US-Energieministerium schätzt, dass aggressives Fahren im Stau 10 bis 40 % an Effizienz kostet und auf der Landstraße 15 bis 30 %. Diese Zahlen übersteigen den Effekt eines überladenen Kofferraums bei Weitem.